KINDERGÄRTEN

Aktuelles aus der Flüchtlingskita in Osnabrück

Osnabrück, November 2017

Genau ein Jahr ist nun seit der Eröffnung vergangen. Seitdem hat sich die Situation für die Kinder in der Erstaufnahme erheblich verbessert. Zwischen 9:00 Uhr bis 17:00 Uhr werden rund 50 Kinder mit vielen Aktivitäten, die den Kindern das Ankommen in Deutschland erleichtern sollen, betreut. Genau ein Jahr ist nun seit der Eröffnung vergangen. Seitdem hat sich die Situation für die Kinder in der Erstaufnahme erheblich verbessert.

Zwischen 9:00 Uhr bis 17:00 Uhr werden rund 50 Kinder mit vielen Aktivitäten, die den Kindern das Ankommen in Deutschland erleichtern sollen, betreut. Mit erfahrenen Pädagogen erlernen die Vorschulkinder spielerisch erste Deutschkenntnisse und die Schulkinder werden nachmittags bei den Hausaufgaben unterstützt. Durch vielfältige Sport- und Freizeitaktivitäten können sich die Kinder individuell entfalten und einfach Kind sein. So kann der erste Schritt für eine erfolgreiche Integration in Deutschland entstehen.

Die räumliche Situation hat sich mit der Eröffnung der Kinderbetreuungsräume im November 2016 deutlich verbessert. Zwei kindgerecht eingerichtete Gruppenräume und ein großer Mehrzweckraum laden im Haus des Kindes zum Spielen und Toben ein. Im „Haus des Kindes“ hat sich innerhalb des ersten Jahres sehr viel getan. Zuerst wurde ein strukturierter Tagesablauf etabliert, der den Kindern Sicherheit gibt und sie auf die regulären Bildungsinstitutionen in Deutschland vorbereiten soll. In der Vormittagsgruppe werden derzeit täglich bis zu 20 Kinder im Alter von 3 bis 6 Jahren betreut. In der Nachmittagsgruppe sind es bis zu 25 Schulkinder im Alter von 6 bis 12 Jahren. Die Vormittags- und Nachmittagskinder profitieren in erheblichem Maße von den neuen Räumlichkeiten sowie deren vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten. Besonders die Nachmittagskinder genießen es, hier nur Kind zu sein und sich individuell entwickeln zu dürfen.

Durch pädagogischen Aktivitäten werden die Kinder entsprechend ihrer Bedürfnisse und Fähigkeiten gefördert und bekommen kindgerecht lebenspraktische Alltagssituationen vermittelt. Dabei wird ein besonderer Wert auf die Sprachförderung gelegt. In der Vormittagsgruppe beginnt der Tag üblicherweise mit einer Freispielphase, die Raum für Rollenspiele sowie Nutzung der Spielsachen bietet. Dadurch haben die Kinder die Möglichkeit, abseits von Sprachbarriere, Kontakte untereinander zu knüpfen. Außerdem werden währenddessen offene Mal- und Bastelangebote angeboten. Darauf folgt ein Morgenkreis mit (Finger-)Spielen und Liedern, die besonders der Sprachförderung dienen.

Für die Nachmittagsgruppe wird täglich ein themenbezogener Unterricht vorbereitet, der die Grundkenntnisse der deutschen Sprache sowie Allgemeinbildung über das Leben in Deutschland vermittelt. Anschließend werden die Kinder bei den Hausaufgaben der Schule individuell begleitet und unterstützt. Jede Lerneinheit endet mit einer gesunden Obstmahlzeit. Nach dem konzentrierten Arbeiten haben die Schulkinder einen erhöhten Bewegungsdrang, der durch Fahrradausflüge, Bewegungsspiele in der Turnhalle oder draußen aufgefangen wird. Speziell der Freitag als Wochenabschluss wird für besondere Aktivitäten, wie Ausflüge zu Fuß oder mit dem Rad, oder bei schlechtem Wetter für einen Filmenachmittag genutzt. Die Angebote werden zudem von außenstehenden Institutionen sowie Ehrenamtlichen ergänzt. So finden wöchentliche Aktivitäten für die Kinder statt.
Seit August 2017 wird von Ringen SV Atter „Ringen und Raufen“ für die Vormittagskinder angeboten, der Museums- und Kunstverein führt Kunst-Workshops mit den Nachmittagskindern durch, KiBS (Kinder-Bewegungs-Stadt) bietet Ballsport an, Fachschüler der Sozialpädagogik aus Melle führen unterschiedliche Aktivitäten mit den Nachmittagskindern durch und es findet ein Sportangebot von Studenten der Universität Osnabrück für die Nachmittagsgruppe statt.

Im Laufe des Jahres wurden auch die üblichen deutschen Feste aufgegriffen und mit den Kindern inhaltlich und dabei religionsneutral durch Baselangebote, Morgenkreise, Spiele sowie Feiern thematisiert. Zur Karnevalsfeier waren alle Kinder ab drei Jahren eingeladen und hatten jede Menge Spaß beim Verkleiden und Toben. Im Februar führten die Nachmittagskinder für die Eltern ein selbstgestaltetes Theaterstück zum Thema Kinderrechte auf. Zu Ostern wurden mit der Vormittags- sowie der Nachmittagsgruppe in den Räumlichkeiten nach Eiern und Schokolade gesucht, die in die selbstgebastelten Osterkörbe aufgeteilt wurden.

Mit den Nachmittagskindern wurden zudem viele Ausflüge wie beispielsweise zum „Kletterwandspaß“, ins Planetarium, Naturkundemuseum, zum Musical „One World“ oder zum interkulturellen Theaterstück „Wolle und Kack“ zum Thema Integration unternommen. Ein Highlight war ein Zoobesuch, bei dem alle Kinder viel Spaß hatten. Für die Zahnhygiene kommt in regelmäßigen Abständen eine Vertreterin des Gesundheitsdiensts in die Kinderbetreuung, um den Kindern sowie deren Eltern durch Spiele und Informationen das Thema Zahnhygiene zu vermitteln. Ebenfalls regelmäßig war die Polizei Osnabrück vor Ort und gestaltete spielerisch Verkehrserziehung im Turnraum und gab eine Besichtigung des Polizeiautos.

Wenn ein Kind die Erstunterkunft verlässt, wird mit der Gruppe ein Abschied gefeiert. Dabei erhalten die Kinder einen großen Plüsch-Teddy. Große und kleine Kinder freuen sich über diese kuschelige Erinnerung und an die schöne Betreuungszeit.

Die Kinderbetreuung soll für die Kinder und Jugendlichen ein erster Schritt der Integration in unsere Gesellschaft und Kultur darstellen. Je früher die Kinder aus ihrer traumatischen Vorerfahrungswelt abgeholt werden, desto eher entsteht die Chance, sie in die deutsche Bildungsgesellschaft zu integrieren und ihnen die Möglichkeit des Willkommens zu geben. Besonderen wichtig ist dabei der erste Spracherwerb und das Gefühl des Geborgenseins. Die Mitarbeiter/innen schaffen Räume und eine Betreuungsatmosphäre, in denen die Kinder zur Ruhe kommen und Kind sein dürfen.

Kinderbetreuungseinrichtung in Osnabrück eingeweiht

Osnabrück, November 2016

Der Niedersächsische Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius, und Til Schweiger haben das neue Gebäude der Kinderbetreuung in der Erstaufnahmeeinrichtung Osnabrück eingeweiht, in dem nun bis zu 50 Kinder betreut werden können.

Seit dem Spatenstich dauerte die Bauzeit knapp drei Monate. In dem Gebäude gibt es u. a. zwei Gruppenräume für je 25 Kinder mit Garderobe und Sanitärraum. Es wurde nach einem Modulsystem errichtet, das sogar abgebaut und an anderer Stelle wieder neu aufgebaut werden kann. In der Kinderbetreuungseinrichtung können die Kinder nun den Alltag in der Flüchtlingsunterkunft hinter sich lassen, spielen, lachen und einfach Kind sein. Gleichzeitig bekommen die Eltern Zeit für sich, die sie z.B. für die angebotenen Kurse zur ersten kulturellen und sprachlichen Orientierung nutzen können.

Wir danken der Hit-Stiftung sowie allen Beteiligten für die Realisierung des Projekts und freuen uns sehr, dass der Betrieb nun startet!

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