BILDUNG
80 Prozent der Kinder bewegen sich keine Stunde am Tag (WHO Studie 2019). Unverhältnismäßig oft sind Kinder aus sozial schwachen Strukturen von Übergewicht betroffen oder leiden an Mangelernährung.

„Fit is(s)t besser!“ richtet sich an Kinder in sozialen Brennpunkten. Den Kindern soll durch eine Kombination aus Sport, gesunder Ernährung und Bildung der Weg in einen gesunden, fitten und umweltbewussten Lebensweg geebnet werden. Erfahrungsgemäß lernen Kinder in kleineren Gruppen besser und übernehmen das Gelernte in den täglichen Ablauf. Aus diesem Grund ist die Anzahl der Kinder auf mindestens 30 begrenzt der Multiplikator ist dennoch sehr hoch, die Kinder berichten von ihren Erfahrungen in der Familie, in Freundesgruppen und ihren Schulkamerad:innen.

 

Eckdaten

Zielgruppe: Kinder zwischen 6 und 12 Jahren

Themen: Gesunde Ernährung, Sport, Umweltschutz, Ausflüge

Teilnehmeranzahl: max. 20-30 pro Gruppe

Laufzeit: 1 Jahr; 1 x wöchentlich à 5 Stunden

 

“Fit is(s)t besser!“ wurde im Jahr 2018 als Pilotprojekt in der Tafel-Berlin gestartet und ging im Jahr 2019 in der Wolfsburger Tafel an den Start. Seitdem konnte das Projekt an weiteren fünf Standorten ausgebaut werden. In folgenden Einrichtungen findet bzw. fand das Projekt (Stand 2022) statt:

  • Wolfsburger-Tafel
  • MILA Wohngruppe, Wolfsburg Hehlingen
  • Tabaluga Kinderhaus, Wolfsburg Neindorf
  • Kinder-Tafel, Wuppertal-Vohwinkel – bereits im 2. Jahr
  • Freizeittreff Leherheide, Bremerhaven
  • MANUS Kinder- und Jugendhaus, Gelsenkirchen

Im Jahr 2022 ist der Start in 2 weiteren Einrichtungen geplant und auch im Jahr 2023 soll das Projekt weiter ausgebaut werden.

 

Projektbeschreibung

Wie viel Zucker ist in einer Cola? Wieso essen Sportler so viel Eiweiß? Wie kann ich mich gesund ernähren und dabei die Umwelt schonen? Und sind in Gummibärchen wirklich Schweineknochen verarbeitet? Fragen über Fragen. Schon die meisten Erwachsenen wissen nicht genau, was auf dem Teller landet. Ihre Kinder erst recht nicht. Nicht alles was schmeckt ist auch gesund. Aber was viele nicht ahnen: Was gesund ist, kann auch gut schmecken!

Für viele Familien in finanziellen Notlagen scheint eine gesunde Ernährung schlicht-weg unmöglich. Doch hier möchten wir zeigen: eine gesunde Ernährung muss nicht teuer sein. Ebenso wie ein gesunde Nahrung hilft Sport, dass man sich besser fühlt und mehr leisten kann. Die Komponenten gesunde Ernährung, Sport, Bildung und Umweltbewusstsein gehören einfach zusammen und legen die ersten Bausteine für eine fittere, gesunde und umweltbewusste Zukunft.

Wissenschaftler gehen davon aus, dass mehr als 70% aller Erkrankungen aus einer falschen Ernährungs- und Lebensweise resultieren. Es ist sehr beunruhigend, dass durch Bewegungsmangel und Fehlernährung schon zahlreiche Risikofaktoren im Kindesalter bestehen. Die Pandemie verstärkt das Problem drastisch. So äußerte sich auch der WHO-Regionaldirektor Hans Kluge besorgt: „Covid-19 könnte unter Umständen einen der beunruhigensten Trends in der WHO-Region Europa verstärken – die zunehmende Fettleibigkeit bei Kindern“. Denn die lange Schließung von Schulen, Sportangeboten und der fehlende Zugang zu gesunden Schulmahlzeiten hat gravierende Auswirkungen auf die Gesundheit der Kinder.

Den Kindern soll bei „Fit is(s)t besser!“ anschauliches Wissen über gesunde Ernährung vermittelt werden. Das heißt aber nicht, dass Diätpläne, Verbote oder ähnliches ausgesprochen werden. Das Erfolgsrezept besteht darin, die Kinder aufzuklären und zu motivieren. Es sollen keine Experten aus den Kindern gemacht, sondern Anstöße gegeben werden.

Aus unserer bisherigen Projektarbeit in Wolfsburg, Wuppertal, Bremerhaven und Gelsenkirchen haben wir festgestellt, dass die Kinder großes Interesse am Kochen, Lernen über Lebensmittel und Bewegung haben sowie eine Begeisterung für eine gesunde Ernährung und Umweltschutz entwickeln. Besonders das praktische Lernen während der Theorie-Einheit und beim Kochen lässt die Kinder das erlernte Wissen schnell verfestigen und als Gruppe zusammenwachsen.

Auch haben wir von den Kindern das Feedback erhalten, dass das Zusammenkommen der letzten Monate bereits gegriffen hat und ein langfristiges Umdenken stattfindet. Weiterhin ist zu erwähnen, dass die Kinder ihr neues Können in die Familien tragen, beispielsweise werden Rezepte gerne nochmal Zuhause nach-gekocht, Sportübungen und Bewegungsspiele mit den Geschwisterkindern wieder-holt und z.B. besser auf die Mülltrennung geachtet. Somit ergibt die Projektarbeit einen hohen Multiplikator, der weitere Kinder dazu anregt, ihren Gewohnheiten hinsichtlich Ernährung, Bewegung und Umwelt zu überdenken.

 

Projektablauf

Rund 20-30 Kinder treffen sich einmal in der Woche und berichten zunächst über positive und negative Erlebnisse, die sie in der Zwischenzeit erfahren haben. Gemeinsam lernen alle Kinder über die Zutaten und Inhalte der Mahlzeit bzw. lernen wichtige Inhalte zum Thema Ernährung und Umwelt. Anschließend werden die Kinder in zwei Gruppen aufgeteilt. Während die eine Gruppe zum Sportunterricht unter Anleitung professioneller SporttrainerInnen geht, kocht die andere Gruppe unter Anleitung von ausgebildeten ErnährungsberaterInnen. Nachdem Gruppe eins den Sportunterricht beendet hat, treffen sich alle zum gemeinsamen Essen. Im Anschluss tauschen sie sich über das Erlebte aus und besprechen den Tag in einer Abschlussrunde, dies soll den Teamgeist fördern und Freundschaften sollen entstehen.

 

Beispiel eines Projekttags:

  • Ernährungstheorie und Umweltthemen vermitteln
  • Sporteinheit (mit ausgebildetem Trainer)
  • Gemeinsam Essen vorbereiten mit ausgebildetem ErnährungsberaterIn
  • Gemeinsames Kochen (Zubereitung zeigen)
  • Gemeinsames Essen mit allen Kindern
  • Gemeinsames Aufräumen nach dem Essen
  • Abschließend gemeinsames Feedback erarbeiten

 

Die Themen

1. Baustein – Bildung über Ernährung und Umwelt

Zucker: Wieviel Zucker steckt in beliebten Erfrischungs-getränken oder Süßigkeiten? Hierzu bringen wir den Kindern bei, wie sie Inhaltsangaben ganz einfach in Zuckerwürfel umrechnen können. Das Resultat ist oft verblüffend, denn in vermeintlich gesunden Säften oder Joghurts steckt oft viel zu viel Zucker und kaum gesundes Obst.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Ernährungspyramide: In welchem Mengenverhältnis zueinander sollten die Kinder verschiedenen Nahrungsmittel konsumieren? Wie wichtig ist es, ausreichend Wasser zu trinken? Die anschauliche Theorie bleibt im Kopf. Auch wenn die Kinder sich im Alltag natürlich nicht immer an die Pyramide halten, wurde ihnen aber verdeutlicht, dass Süßigkeiten den letzten Baustein der Pyramide bilden und  nicht in Massen sondern nur in Maßen gegessen werden sollten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Lebensmittelproduktion und Verschwendung:
Woher kommen unsere Lebensmittel? Wie viele Lebens-mittel werden von Verbrauchern weggeschmissen? Warum landen schon so viele Lebensmittel im Müll, bevor sie das Supermarktregal erreichen? Was bedeutet das für die Umwelt? Wie lassen sich Reste und aussortiertes Gemüse noch verarbeiten? Wie kann ich Plastikmüll vermeiden? All diese Fragen werden mit den Kindern besprochen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2. Baustein – Gemeinsam Kochen

Fast Food: Alle Kinder lieben Fast Food. Deswegen wird die Zusammensetzung beliebter Fast-Food-Fertigge-richte mit den Kindern besprochen und aufgezeigt, dass eindeutig zu viel Fett, Zucker und Geschmacks-verstärker darin enthalten sind. Beliebte Gerichte wie Pommes, Pasta, Pizza oder Döner kochen wir auf Wunsch der Kinder so gesund wie möglich nach.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vegetarisch und Vegan: Was essen Vegetarier und was Veganer? Kann man sich so gesund ernähren? Auf was sollte man bei dieser Ernährung achten? Welche Vorteile/Nachteile hat eine vegetarische bzw. vegane Ernährung? Welche Auswirkungen hätte es auf die Umwelt, wenn Menschen vegan leben würden? Bei “Fit is(s)t besser!“ zeigen wir fleischlose Alternativen auf , wie z.B. vegane Nuggets oder vegetarische Bolognese.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regional & Saisonal: Welche Vorteile hat saisonales Obst und Gemüse von regionalen Anbietern? Welches Gemüse gibt es aktuell? Warum sollte man auf kurze Transportwege achten? Und welche Gemüsesorten gibt es über-haupt in Deutschland? Je nach Saison bereiten wir mit den Kindern passende Mahlzeiten zu. Im Sommer gibt es z.B. Erdbeerkuchen, im Herbst werden dann Kürbisse geschnitzt und aus den Resten eine Suppe zubereitet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

3. Baustein – Sport und Bewegung

Koordination: Auf einem Bein hüpfen oder einen Purzelbaum machen: das hört sich kinderleicht an, doch viele Kinder beherrschen diese einfachen Übungen nicht mehr. Im Kindesalter sind die koordinativen Fähigkeiten gut zu trainieren. Deswegen ist es äußerst wichtig, grundlegende Bewegungsfähigkeiten früh zu lernen und zu üben, um eine gute Basis für die Zukunft zu schaffen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bewegung an der frischen Luft: Kaum etwas fördert die Gesundheit von Kindern so nachhaltig wie Bewegung an der frischen Luft. Um die Wette rennen, auf Bäume klettern, über Pfützen springen, im Sand buddeln: Es sind die selbstvergessenen, spielerischen Tätigkeiten, die nicht nur die Abwehrkräfte, sondern auch die Koordination, Muskulatur, den Gleichgewichtssinn und nicht zu-letzt die psychische Gesundheit der Kinder fördern.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Neue Sportarten ausprobieren: Die Beweglichkeit der Kinder hat sich nach Ein-schätzung vieler Ärzte in den vergangenen Jahren deutlich verschlechtert. Immer mehr Kinder trauen sich zu wenig zu und haben Angst vor Misserfolgen. Bei „Fit is(s)t besser!“ dürfen die Kinder viele verschiedene Sportarten testen. Ob Ballspiele, Turnen, Karate, Boxen oder sogar Zirkusakrobatik. Jedes Kind soll sich ausprobieren können, neuen Mut und Selbstvertrauen fassen. Dadurch soll auch überschüssige Energie abgebaut und in konditionelle Stärke umgewandelt werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

4. Baustein – Ausflüge

Ausflug ins Klimahaus: Wie nimmt der Mensch Einfluss auf das Klima? Was bedeutet unser Energiehunger für die Atmosphäre und damit für das Erdklima? Mit welchen Veränderungen und Folgen muss man rechnen, wenn alles so weiter ginge wie bisher? Bei „Fit is(s)t besser!“ legen wir den Fokus nicht nur auf gesunde Ernährung und Sport, sondern wir beschäftigen uns auch mit dem Thema Klimawandel sowie seine Ursachen und Folgen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ausflug auf den Ponyhof: Es gibt Zeiten, in denen man die Gesellschaft der Tiere benötigt, um sich von den Belastungen des Alltags zu erholen. Besondere Pferde sind sehr sensible und intelligente Tiere, die auf Emotionen und die Körpersprache ihres Gegenübers reagieren. Durch diese besonderen Fähigkeiten schafen sie eine Atmosphäre, in der sich Kinder mit emotionalen oder sozialen Schwierigkeiten sehr wohl fühlen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ausflug in den Hochseilgarten: Kinder lernen am besten, wenn sie Dinge selbst be-greifen können. Dies gilt nicht nur für die Schule, sondern auch für den Sport. Die unterschiedlichen Bewegungsmöglichkeiten beim Klettern haben großen Einfluss auf eine positive Entwicklung der körper-lichen, koordinativen und konditionellen Fähigkeiten von Kindern. Auch psychisch nimmt Klettern Einfluss auf die Entwicklung, denn beim gegenseitigen Sichern lernen sie, Verantwortung für ihre Mitmenschen zu nehmen und sich in der Höhe zu vertrauen.

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